Warum warten wir so oft erst, bis eine schwierige Situation eintritt, um uns darüber bewusst zu werden, wie gut es uns vorher ging?

Wir Menschen sind überaus anpassungsfähige Wesen und können uns in der Regel in kürzester Zeit an neue Situationen und Gegebenheiten gewöhnen. Diese Fähigkeit nennt man auch „hedonistische Adaption“. Eine durchaus hilfreiche Fähigkeit in vielen Lebenssituationen. Im Hinblick auf unser Glücksempfinden jedoch eher nicht zuträglich. Wir gewöhnen uns nämlich recht schnell an:

  • den Partner, den wir jeden Tag um uns haben
  • den Job, den wir Tag ein Tag aus ausüben
  • das Auto, das erst zwei Jahre alt ist, dessen wir aber bereits überdrüssig sind

… die Liste lässt sich beliebig fortführen. Und unsere Konsumgesellschaft und die Werbung ist wunderbar auf dieses Phänomen ausgelegt. Immer wieder wird unsere Aufmerksamkeit auf die neuen, funkelnden, funky klingenden und tollen Angebote gerichtet. Doch macht uns der stetige Konsum dauerhaft glücklich? Nope! Denn wir gewöhnen uns ja so schnell an Neues. Und positive Emotionen, die durch solche äußeren Einflüsse entstehen, nehmen mit der Zeit ab, was uns häufig dazu veranlasst, noch mehr und mehr zu konsumieren, um die klaffende Lücke zu füllen. Und das wiederum kann darin resultieren, dass wir langfristiges Glück gar nicht mehr verSPÜREN (ich meine körperlich spüren, z.B. wenn du denkst dein Herz schwappt dir über! Danke, Herbert) können. Ein stetiger Kreislauf.

Was also hilft auf der Suche nach einem zufriedenen und glücklichen Leben? Was trägt dem Wunsch bei, das eigene Glücksempfinden wahrzunehmen und zu steigern? Es erscheint zu einfach. Und, gerade weil es so einfach ist, kann das nicht das gewünschte Ergebnis erbringen. So denken viele. Doch sie liegen falsch.

Ein wesentlicher Schlüssel lautet: Positive Emotionen erleben und diese bewusst wahrnehmen! Wir können sie uns selbst erschaffen, auch ohne äußere Einflüsse oder Abhängigkeiten. Das ist eine sehr gute Nachricht. Viel zu oft richten wir unsere Aufmerksamkeit auf negative Situationen, auf die Meinung anderer, auf den Konflikt mit dem nervigen Kollegen, etc. Die vielen kleinen Wunder, die wir täglich erleben, nehmen wir kaum wahr und bewerten diese auch nicht als positives Erlebnis und haben deshalb auch keine positiven Gefühle dabei. Positives bewusst wahrzunehmen kann bedeuten: die Umarmung des Partners bei der Verabschiedung am Morgen, bevor ich mich auf den Weg zur Arbeit mache. Das Lächeln, das er/sie mir schenkt, während ich noch verschlafen aus der Wäsche gucke, die Sonne, die mir ins Gesicht scheint, während ich vom Parkplatz zum Bürogebäude gehe, der Duft des frisch gekochten Kaffees am Wochenende zum Frühstück… Es gibt tausende von Beispielen. Welche sind die Situationen und Dinge, denen du mehr Aufmerksamkeit im Leben schenken kannst, um das Positive in deinem Leben jeden Tag aufs Neue bewusst wahrzunehmen? Mache dir eine Liste mit mindestens 30 Dingen, die dich glücklicher machen. Und dann lenke deinen Fokus immer wieder auf all die schönen und positiven Dinge im Leben. Trainiere deinen Glücksmuskel. Schritt für Schritt. Akzeptiere, dass negative Gefühle im Leben dazu gehören und ihre Berechtigung haben. Sei dankbar für sie, denn sie sind letztendlich eine Anzeigetafel, die dir mitteilt, welche Themen in deinem Leben zur Transformation bereit sind. Die WERTSCHÄTZUNG dieser vermeintlich alltäglichen und selbstverständlichen Dinge trägt auf lange Sicht maßgeblich zu deinem Glücksempfinden bei. Ein weiterer wichtiger Aspekt auf dem Weg zu einem glücklicheren Leben ist, anderen etwas GUTES zu TUN. Sei es, den Hund vom Nachbarn zu sitten, weil dieser einen wichtigen Termin hat, dem Nachbarn ein Gläschen selbstgemachte Marmelade vorbeizubringen, den auf der Straße liegenden Plastikmüll auf dem Hundespaziergang einzusammeln, oder sich anderweitig für Menschen und Umwelt zu engagieren… All das gibt uns ein gutes Gefühl und fördert den Gemeinsinn. Was hast du heute getan, um jemandem etwas Gutes zu tun? Welche Gelegenheit ergibt sich vielleicht morgen? Auch hier gilt, sei achtsam in deinem Alltag und bemerke die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten.

Bleib am Ball, bleibe aufmerksam, mache einen Schritt nach dem nächsten, spüre in dich und deinen Körper hinein und schule deine Wahrnehmung. Achte auf deine Gedanken. Ist dein Glas halb voll oder halb leer? Musst du immer müssen? Trainiere deinen Glücksmuskel jeden Tag ein Stückchen mehr. Dein Glück wird es dir danken und Tag für Tag wird mehr Leichtigkeit in dein Leben einziehen.

Von Herzen. Sina